Marktanalyse · 12 Min Lesezeit

Immobilienmarkt Berlin 2026: Preise, Mieten und Marktphase im Datencheck

Immobilienmarkt Berlin 2026: Preise, Mieten und Marktphase im Datencheck

Wer sich ein Bild vom Immobilienmarkt Berlin 2026 machen will, stößt schnell auf scheinbar widersprüchliche Meldungen: Hier steigen die Preise, dort fallen die Mieten, an anderer Stelle brechen die Umsätze ein. Der Grund ist selten, dass eine Quelle falsch liegt. Meist messen die Quellen schlicht Unterschiedliches – tatsächlich beurkundete Kaufpreise, Inseratspreise, Indexveränderungen oder Bestandsmieten.

In dieser Analyse legen wir die maßgeblichen Datenquellen nebeneinander: den Gutachterausschuss für Grundstückswerte, den vdp-Immobilienpreisindex, die Angebotsdaten von VALUE und CBRE/Berlin Hyp, die Transaktionsauswertung von Guthmann, den GREIX-Mietpreisindex, den CBRE-empirica-Leerstandsindex sowie die amtliche Statistik. Daraus leiten wir ab, in welcher Marktphase sich Berlin befindet und welche Schlüsse sich daraus für unterschiedliche Anlegertypen ziehen lassen. Alle Kennzahlen laufend aktualisiert finden Sie in unserem Research-Hub Immobilienmarkt Berlin.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaufpreise seitwärts: Eigentumswohnungen kosteten 2025 laut Gutachterausschuss im Durchschnitt 5.511 €/m² (+5 %). Im 1. Halbjahr 2026 lagen die Preise nur noch rund 1 % über dem Vorjahr, der vdp-Index meldet für Q2 2026 +1,6 %.
  • Weniger Abschlüsse: Nach einem starken Jahr 2025 (22.912 Kauffälle, +10 %) sank die Zahl der Kauffälle im 1. Halbjahr 2026 um 5 %, im ersten Quartal sogar um 10 %.
  • Mietmarkt extrem knapp: Der marktaktive Leerstand lag Ende 2024 bei 0,3 % – bundesweit bei 2,2 %. Gleichzeitig stagnieren die Angebotsmieten oder geben leicht nach.
  • Neubau bricht ein, Genehmigungen ziehen an: 2025 wurden 11.027 Wohnungen fertiggestellt (2024: 15.362), aber 13.754 genehmigt (+40,7 %).
  • Finanzierung normalisiert: Der Effektivzins für Wohnungsbaukredite mit 5–10 Jahren Zinsbindung lag im August 2026 vorläufig bei 3,81 % (Durchschnitt über alle Wohnungsbaukredite; Kapitalanleger mit einem Beleihungsauslauf (LTV) über 95 % zahlen je nach Bonität durch Risikoaufschläge teils bis zu 5 %).
  • Unsere Einschätzung: Berlin befindet sich in einer Phase der Konsolidierung auf hohem Niveau – keine Prognose, sondern eine Einordnung der aktuellen Datenlage.

Marktphase: Konsolidierung auf hohem Niveau (Einschätzung Neo Capital)

Die folgende Einordnung ist unsere Einschätzung auf Basis der unten verlinkten Quellen. Sie beschreibt den Zustand des Marktes, nicht seine künftige Entwicklung. Wir sprechen von einer Konsolidierung auf hohem Niveau, weil fünf Signale gleichzeitig in dieselbe Richtung zeigen:

Marktphasen-Signale Berlin, Stand Oktober 2026 – Einschätzung Neo Capital
SignalEinordnungDatengrundlage
Kaufpreisestabil, seitwärtsGutachterausschuss 1. Hj. 2026: +1 %; vdp Q2 2026: +1,6 %
MarktaktivitätnachlassendKauffälle 1. Hj. 2026: −5 %; Q1 2026: −10 %
Mietmarktsehr knappLeerstand 0,3 %; Angebotsmieten stagnieren bzw. leicht rückläufig
Neubau-PipelinedünnFertigstellungen 2025 rund 28 % unter Vorjahr
FinanzierungnormalisiertBauzins August 2026: 3,81 % (vorläufig, Durchschnitt; bei LTV über 95 % je nach Bonität teils bis zu 5 %)

„Hohes Niveau“ meint: Die Kaufpreise haben sich auf einem Niveau stabilisiert, das – gemessen am Durchschnittspreis von 5.511 €/m² für Eigentumswohnungen 2025 – weiterhin hoch ist. „Konsolidierung“ meint: Die Dynamik fehlt. Käufer und Verkäufer bewegen sich vorsichtig aufeinander zu, die Zahl der Abschlüsse sinkt, und starke Preissprünge in die eine oder andere Richtung sind in den aktuellen Transaktionsdaten nicht erkennbar.

Immobilienpreise Berlin 2026: Transaktion, Angebot und Index

Die zentrale Frage vieler Anleger lautet: Was kostet eine Eigentumswohnung in Berlin tatsächlich? Die Antwort hängt davon ab, welche Art von Preis gemeint ist. Grundsätzlich lassen sich drei Datenfamilien unterscheiden – ausführlich erläutern wir das im Ratgeber Immobilienmarktdaten richtig lesen.

  • Transaktionsdaten zeigen, was in notariellen Kaufverträgen tatsächlich gezahlt wurde. Die belastbarste Quelle ist der Gutachterausschuss, der alle Kaufverträge auswertet. Guthmann bereitet diese Daten bezirksweise auf.
  • Angebotsdaten zeigen, was Verkäufer in Inseraten verlangen. Sie liefern frühe Signale, liegen aber in der Regel über den späteren Abschlusspreisen. Wichtige Quellen sind VALUE und der CBRE/Berlin Hyp Wohnmarktreport.
  • Preisindizes wie der vdp-Index zeigen Veränderungsraten, aber keine Euro-Werte je Quadratmeter.

Kaufpreise Eigentumswohnung Berlin: die Quellen im Vergleich

Kaufpreise für Wohnungen in Berlin nach Quelle und Datenart
QuelleDatenartKennzahlWertZeitraum
GutachterausschussTransaktionØ Kaufpreis Eigentumswohnungen, alle Verträge5.511 €/m² (+5 %)2025
GutachterausschussTransaktionVeränderung Kaufpreise Eigentumswohnungen+1 %1. Hj. 2026 ggü. Vorjahr
GuthmannTransaktionØ beurkundeter Preis Bestandswohnung5.180 €/m² (vorläufig)2026
GuthmannAngebotØ Angebotspreis Bestandswohnung5.620 €/m²2026
VALUEAngebotMedian Bestandswohnung5.533 €/m² (+1,6 %)Q1 2026
VALUEAngebotMedian Neubauwohnung8.300 €/m²Q1 2026
CBRE/Berlin HypAngebotMedian gesamt / Bestand / Neubau5.813 / 5.496 / 8.198 €/m²2025
vdpIndexPreise Wohnimmobilien Berlin+1,6 %Q2 2026 ggü. Vorjahr

Auf den ersten Blick liegen die Werte zwischen gut 5.100 und über 8.000 €/m² weit auseinander. Bei genauerem Hinsehen fügen sie sich jedoch zu einem stimmigen Bild. Vier Effekte erklären die Unterschiede:

  1. Angebot vs. Abschluss: Guthmann weist für 2026 einen durchschnittlichen Angebotspreis von 5.620 €/m² aus, aber einen beurkundeten Preis von 5.180 €/m². Die Lücke zeigt den Verhandlungsspielraum und den Teil der Inserate, die zu den aufgerufenen Preisen gar nicht verkauft werden.
  2. Bestand vs. Neubau: Neubauwohnungen werden in Berlin auf Angebotsbasis um 8.200 bis 8.300 €/m² gehandelt, Bestandswohnungen um 5.500 €/m². Je nachdem, wie hoch der Neubauanteil in einer Statistik ist, verschiebt sich der Durchschnitt deutlich.
  3. Median vs. Mittelwert: VALUE und CBRE nennen Mediane, der Gutachterausschuss und Guthmann Durchschnittswerte. Einzelne sehr teure Objekte heben den Mittelwert stärker an als den Median.
  4. Zeitpunkt und Meldeverzug: Die Werte beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume. Die Guthmann-Zahlen für 2026 sind zudem vorläufig, weil Beurkundungen mit Verzögerung gemeldet werden.

Für die Frage nach der Richtung ist entscheidend, dass alle Quellen übereinstimmend nur noch geringe Veränderungen zeigen. Der Gutachterausschuss bezeichnet die Preise für Eigentumswohnungen im 1. Halbjahr 2026 als nahezu unverändert, der vdp-Index liegt für Berlin bei +1,6 % und damit hinter Hamburg (+3,8 %), Köln (+2,5 %), Frankfurt und Düsseldorf (je +2,4 %) sowie München (+2,3 %); nur Stuttgart (+0,7 %) liegt darunter. Auffällig ist das Neubausegment: Die durchschnittlichen Preise für erstverkaufte Neubauwohnungen lagen im 1. Halbjahr 2026 laut Gutachterausschuss um 8 % unter dem Vorjahr.

Wie stark sich die Preise innerhalb der Stadt unterscheiden – von Spandau bis Mitte –, zeigt unser Berliner Bezirke-Vergleich zu Kaufpreisen und Mieten.

Transaktionen: Nach dem starken 2025 kühlt die Aktivität ab

Die Zahl der Kaufverträge ist ein guter Gradmesser für die Marktstimmung, weil sie schneller reagiert als die Preise. Laut Gutachterausschuss war 2025 ein Jahr der Erholung: Insgesamt wurden 22.912 Kauffälle registriert (+10 %), der Geldumsatz stieg auf rund 16,1 Mrd. € (+8 %). Im Segment Wohnungs- und Teileigentum lag die Zahl der Kauffälle bei 18.303 (+10 %), der Umsatz bei rund 6,8 Mrd. € (+14 %).

2026 hat sich das Bild gedreht. Im ersten Quartal sank die Zahl der Kauffälle auf 4.811 (−10 %), der Umsatz auf rund 2,5 Mrd. € (−14 %). Für das gesamte 1. Halbjahr 2026 meldet der Gutachterausschuss 10.330 Kauffälle (−5 %) und einen Umsatz von rund 6,1 Mrd. €. Der Rückgang hat sich im zweiten Quartal also abgeschwächt, eine Trendwende ist daraus aber nicht abzuleiten.

Die Kombination aus stabilen Preisen und sinkenden Umsätzen ist typisch für eine Konsolidierungsphase: Verkäufer halten an ihren Preisvorstellungen fest, Käufer warten ab oder verhandeln länger. Für Käufer kann eine solche Phase mehr Zeit für die Prüfung und mehr Verhandlungsspielraum bedeuten – insbesondere bei Objekten, die schon länger angeboten werden.

Mieten Berlin 2026: Warum Bestands- und Angebotsmieten auseinanderlaufen

Kaum ein Thema wird so widersprüchlich diskutiert wie die Berliner Mieten. Auch hier hilft es, sauber zwischen den Datenarten zu trennen.

Mieten in Berlin nach Quelle – Bestandsmieten und Angebots- bzw. Neuvertragsmieten
QuelleKennzahlWertZeitraum
Mietspiegel 2026 (SenStadt)Ortsübliche Vergleichsmiete, Mittelwert7,71 €/m²gültig ab 28.05.2026
VALUEAngebotsmiete Bestand (Median)15,00 €/m² (−3,4 %)Q1 2026
VALUEAngebotsmiete Neubau (Median)19,85 €/m²Q1 2026
CBRE/Berlin HypAngebotsmiete gesamt / Bestand / Neubau (Median)15,80 / 14,90 / 20,73 €/m²2025
GuthmannAngebotsmiete17 €/m²2026
GREIX (Kiel Institut)Angebotsmieten-Index−0,8 %, Ø 15,30 €/m²Q2 2026 ggü. Vorjahr
vdpNeuvertragsmieten+0,6 %Q2 2026 ggü. Vorjahr

Der Berliner Mietspiegel 2026 bildet mit einem Mittelwert von 7,71 €/m² die Mieten in laufenden Mietverhältnissen ab. Er ist die Grundlage für Mieterhöhungen im Bestand und liegt naturgemäß weit unter den Mieten, die bei einer Neuvermietung verlangt werden. Die Angebotsmieten von VALUE, CBRE/Berlin Hyp und Guthmann bewegen sich dagegen zwischen rund 15 und 17 €/m² im Bestand und rund 20 €/m² im Neubau.

Der scheinbare Widerspruch: knapper Markt, aber sinkende Angebotsmieten

Der GREIX-Mietpreisindex weist Berlin für Q2 2026 als einzige Großstadt mit rückläufigen Angebotsmieten aus (−0,8 %). Auch VALUE meldet für Q1 2026 bei Bestandswohnungen ein Minus von 3,4 %, und laut vdp stiegen die Neuvertragsmieten mit +0,6 % so schwach wie in keiner anderen der sieben größten Städte – bundesweit lag der Zuwachs bei 3,2 %. Wie passt das zu einem Leerstand von nur 0,3 %?

Eine wichtige Erklärung liefert VALUE selbst: Der Rückgang ist auch eine Folge veränderter Inseratsstruktur. Vereinfacht gesagt: Wenn sich ändert, welche Wohnungen überhaupt öffentlich inseriert werden – etwa weil begehrte Wohnungen ohne Inserat vergeben werden oder sich der Mix aus Lagen, Größen und Ausstattungen verschiebt –, verändert sich auch der statistische Mittelwert, ohne dass eine einzelne Wohnung günstiger geworden sein muss. Hinzu kommt, dass die Mietpreisregulierung die Spielräume bei Neuvermietungen begrenzt. Unsere Einschätzung: Die leicht sinkenden Angebotsmieten sind kein Zeichen für ein Überangebot, sondern vor allem ein Mess- und Struktureffekt in einem weiterhin sehr engen Markt.

Angebot: Leerstand, Neubau und Bevölkerung

Die Angebotsseite ist das stärkste Argument für die Stabilität des Berliner Wohnungsmarktes. Der CBRE-empirica-Leerstandsindex weist für Berlin Ende 2024 einen marktaktiven Leerstand von nur 0,3 % aus – gegenüber 2,2 % im Bundesdurchschnitt. Praktisch bedeutet das: Wohnungen, die bezugsfähig auf den Markt kommen, finden in aller Regel schnell neue Mieter.

Zugleich wird zu wenig gebaut. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg wurden 2025 nur 11.027 Wohnungen fertiggestellt, nach 15.362 im Jahr 2024 – ein Rückgang um rund 28 %. Die Baugenehmigungen stiegen dagegen auf 13.754 Wohnungen (2024: 9.772; +40,7 %). Genehmigungen sind ein Frühindikator, wirken aber erst mit Verzögerung: Zwischen Genehmigung und Fertigstellung vergehen typischerweise mehrere Jahre, und nicht jede Genehmigung wird umgesetzt.

Auf der Nachfrageseite wächst die Stadt weiter. Das Melderegister zählte am 30.06.2026 insgesamt 3.917.196 Einwohnerinnen und Einwohner, Ende 2024 waren es 3.897.145. Dem steht ein Wohnungsbestand von 2.069.432 Wohnungen (31.12.2025) gegenüber. Wachsende Bevölkerung, sinkende Fertigstellungen und minimaler Leerstand – diese Konstellation stützt das Mietniveau im Bestand.

Finanzierung: Zinsen um 3,8 % (teils bis 5 %) als neue Normalität

Laut Bundesbank-Zinsstatistik lag der Effektivzins für Wohnungsbaukredite mit einer Zinsbindung von 5 bis 10 Jahren im August 2026 vorläufig bei 3,81 % (Durchschnitt über alle Wohnungsbaukredite; Kapitalanleger mit einem Beleihungsauslauf (LTV) über 95 % zahlen je nach Bonität durch Risikoaufschläge teils bis zu 5 %). Damit ist die Finanzierung deutlich teurer als in der Niedrigzinsphase, aber planbar. Für Kapitalanleger hat das eine wichtige Konsequenz: Der Hebeleffekt einer Fremdfinanzierung ist kleiner geworden.

Ein Vergleich verdeutlicht das. Die rechnerischen Bruttomietrenditen im Bestand – Angebotsmiete mal zwölf geteilt durch Angebotskaufpreis, auf Basis der CBRE/Berlin-Hyp-Mediane 2025 – liegen je nach Bezirk zwischen 2,97 % (Lichtenberg) und 3,83 % (Treptow-Köpenick). Das ist eine grobe, abgeleitete Kennzahl vor Kosten, Steuern und Leerstand, die tatsächliche Kauf- und Mietpreise nicht exakt abbildet. Sie zeigt aber: Die laufende Mietrendite liegt in vielen Lagen in der Größenordnung des Bauzinses. Eine Investition muss sich daher über Eigenkapitalquote, Lage, Objektqualität, Steuerwirkung und Laufzeit tragen – nicht über eine positive Zinsdifferenz. Wie sich eine passende Struktur finden lässt, zeigt unsere Seite zur Immobilienfinanzierung.

Was bedeutet das für Anleger? Eine rationale Einordnung

Aus der Datenlage ergibt sich keine pauschale Empfehlung, wohl aber eine Reihe von Implikationen, die je nach Anlegertyp unterschiedlich wiegen. Die folgenden Punkte sind allgemeine Überlegungen, keine individuelle Anlageberatung.

  • Langfristige Vermögensaufbauer: Wer mit einem Horizont von zehn Jahren und mehr plant, profitiert in einer Seitwärtsphase eher von Auswahl und Verhandlungsspielraum als von kurzfristigen Preisbewegungen. Entscheidend sind Lagequalität, Bausubstanz und ein Kaufpreis, der sich an tatsächlichen Transaktionswerten statt an Inseraten orientiert.
  • Steuerlich orientierte Anleger: Für Neubau mit Effizienzhaus-40-Standard und QNG-Siegel können degressive AfA und Sonder-AfA die Rechnung in den ersten Jahren deutlich verändern. Wie das zusammenwirkt, zeigen unsere Beiträge zum EH40-QNG-Neubau in Berlin und das Rechenbeispiel zur degressiven AfA und Sonder-AfA nach § 7b. Der Preisrückgang bei erstverkauften Neubauwohnungen (−8 % im 1. Halbjahr 2026) ist dabei ein Datenpunkt, den es objektbezogen zu prüfen gilt.
  • Renditeorientierte Bestandskäufer: Die rechnerischen Bruttomietrenditen unterscheiden sich zwischen den Bezirken spürbar. Wichtig ist, ob die tatsächliche Miete einer Wohnung in Richtung Mietspiegel oder Neuvermietungsniveau tendiert – das hat großen Einfluss auf die laufende Rendite.
  • Sicherheitsorientierte Anleger: Der niedrige Leerstand senkt das Vermietungsrisiko, ersetzt aber keine Liquiditätsreserve. Bei Zinsen um 3,8 % sollten Tilgung, Rücklagen und Zinsbindung so gewählt sein, dass auch längere Phasen ohne Wertsteigerung tragbar sind.

Welche Strategie im Einzelfall passt, hängt von Einkommen, Vermögen, Steuersituation und Zielen ab. Einen Überblick über unseren Ansatz finden Sie unter Kapitalanlage-Immobilien.

Immobilienmarkt Berlin Prognose: Szenarien und Indikatoren

Seriöse Punktprognosen für Preise oder Mieten gibt es nicht – und wir geben keine ab. Sinnvoller ist es, Szenarien zu beschreiben und die Indikatoren zu kennen, an denen sich ablesen lässt, welches davon eintritt.

  • Szenario „Fortgesetzte Seitwärtsbewegung“: Preise und Umsätze bleiben weitgehend stabil, die Mietknappheit bleibt bestehen. Erkennbar an weiterhin geringen Veränderungsraten im vdp-Index und beim Gutachterausschuss.
  • Szenario „Belebung“: Steigende Kauffallzahlen bei gleichzeitig anziehenden Transaktionspreisen würden auf eine neue Aufwärtsphase hindeuten. Auslöser könnten etwa sinkende Finanzierungskosten oder eine weiter wachsende Nachfrage sein.
  • Szenario „Schwächephase“: Anhaltend sinkende Umsätze in Verbindung mit nachgebenden Transaktionspreisen – nicht nur Angebotspreisen – wären ein Signal für eine erneute Korrektur, etwa bei deutlich steigenden Zinsen.

Die Indikatoren, die wir laufend beobachten: Kauffälle und Umsätze des Gutachterausschusses, Transaktionspreise im Vergleich zu Angebotspreisen, die Bauzinsen laut Bundesbank, Baufertigstellungen und -genehmigungen, den marktaktiven Leerstand sowie die Bevölkerungsentwicklung. Den aktuellen Stand aller Werte finden Sie gebündelt im Research-Hub Immobilienmarkt Berlin.

Methodik und Quellen

Fazit

Der Immobilienmarkt Berlin 2026 ist weder überhitzt noch in der Krise. Die Preise bewegen sich seitwärts, die Zahl der Abschlüsse sinkt, und der Mietmarkt bleibt durch minimalen Leerstand und schwachen Neubau außergewöhnlich knapp. Für Anleger heißt das: Nicht der Zeitpunkt entscheidet, sondern die Qualität der Auswahl und eine Finanzierung, die zu den eigenen Zielen passt. Wer die Zahlen selbst vertiefen möchte, findet sie im Research-Hub. Wenn Sie Ihre Situation konkret einordnen möchten, sprechen Sie uns gerne über unsere Kontaktseite an.

Häufige Fragen

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in Berlin 2026?

Die Preise bewegen sich weitgehend seitwärts. Laut Gutachterausschuss lagen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im 1. Halbjahr 2026 nur rund 1 % über dem Vorjahr, der vdp-Index meldet für Q2 2026 ein Plus von 1,6 %. Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Kaufpreis für Eigentumswohnungen 5.511 €/m². Wir ordnen die Lage als Konsolidierung auf hohem Niveau ein.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Berlin pro Quadratmeter?

Das hängt von Datenart und Segment ab. Der Gutachterausschuss nennt für 2025 einen Durchschnitt von 5.511 €/m² über alle Verträge. Guthmann weist für Bestandswohnungen 2026 vorläufig 5.180 €/m² beurkundet aus. Inserierte Bestandswohnungen lagen laut VALUE im Q1 2026 bei 5.533 €/m² (Median), Neubauwohnungen bei 8.300 €/m². Je nach Bezirk sind die Unterschiede erheblich.

Fallen die Mieten in Berlin?

Die Bestandsmieten nicht: Der Mietspiegel 2026 weist einen Mittelwert von 7,71 €/m² aus. Rückläufig sind einzelne Angebotsmieten-Statistiken, etwa der GREIX-Index mit −0,8 % in Q2 2026. Laut VALUE ist das auch eine Folge veränderter Inseratsstruktur. Bei einem marktaktiven Leerstand von 0,3 % deutet nichts auf ein Überangebot an Wohnungen hin.

Warum unterscheiden sich die Immobilienpreise je nach Quelle?

Weil die Quellen Verschiedenes messen. Transaktionsdaten wie die des Gutachterausschusses zeigen tatsächlich gezahlte Preise, Angebotsdaten wie VALUE oder CBRE die geforderten Preise in Inseraten. Hinzu kommen Unterschiede zwischen Median und Mittelwert, zwischen Bestand und Neubau sowie bei Zeitraum und Meldeverzug. Indizes wie der vdp-Index zeigen nur Veränderungsraten, keine Euro-Werte.

Werden die Immobilienpreise in Berlin wieder steigen?

Eine verlässliche Prognose dazu gibt es nicht, und wir geben keine ab. Sinnvoller ist der Blick auf Indikatoren: Steigen Kauffallzahlen und Transaktionspreise gleichzeitig, deutet das auf eine Belebung hin. Weitere wichtige Signale sind die Entwicklung der Bauzinsen, die Zahl der Baufertigstellungen und der Leerstand. Den aktuellen Stand fassen wir in unserem Research-Hub zusammen.

Wie hoch ist der Leerstand in Berlin?

Laut CBRE-empirica-Leerstandsindex lag der marktaktive Leerstand in Berlin Ende 2024 bei 0,3 %, im Bundesdurchschnitt bei 2,2 %. Marktaktiv bedeutet, dass nur Wohnungen gezählt werden, die kurzfristig bezugsfähig und vermietbar sind. Der Wert liegt weit unter dem Bundesdurchschnitt und zeigt, wie knapp das Wohnungsangebot in der Hauptstadt ist.

Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell?

Laut Bundesbank lag der Effektivzins für Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung im August 2026 vorläufig bei 3,81 % – ein Durchschnittswert. Kapitalanleger mit einem Beleihungsauslauf (LTV) über 95 % zahlen je nach Bonität durch Risikoaufschläge teils bis zu 5 %. Ihr individueller Zinssatz hängt unter anderem von Eigenkapital, Bonität, Zinsbindung und Objekt ab. Ein Vergleich mehrerer Finanzierungspartner und eine passende Struktur aus Tilgung und Zinsbindung sind deshalb wichtig.

Wird in Berlin genug gebaut?

Nein. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg wurden 2025 nur 11.027 Wohnungen fertiggestellt, nach 15.362 im Vorjahr. Die Baugenehmigungen stiegen zwar auf 13.754 Wohnungen (+40,7 %), doch zwischen Genehmigung und Fertigstellung vergehen meist mehrere Jahre. Die Neubau-Pipeline ist daher derzeit dünn, während die Einwohnerzahl weiter wächst.

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