Marktanalyse · 13 Min Lesezeit

Berliner Bezirke im Vergleich: Kaufpreise, Mieten und Mietrendite 2026

Berliner Bezirke im Vergleich: Kaufpreise, Mieten und Mietrendite 2026

Wer in Berlin eine Wohnung als Kapitalanlage kaufen möchte, stellt früher oder später dieselbe Frage: Wo in Berlin lohnt sich der Kauf – und nach welchem Maßstab? Die Antwort hängt weniger von Bauchgefühl oder Bezirksimage ab als davon, welche Ziele Sie verfolgen: laufender Mietertrag, langfristiges Wachstum oder Wertstabilität. Jedes dieser Ziele führt in den Daten zu anderen Bezirken.

In diesem Vergleich der Berliner Bezirke nach Kaufpreisen und Mieten stellen wir alle zwölf Bezirke nebeneinander: Angebotspreise für Bestand und Neubau, tatsächlich beurkundete Kaufpreise, Angebotsmieten, die daraus berechnete Bruttomietrendite und die amtliche Bevölkerungsprognose bis 2040. Wir ordnen die Zahlen ein, bilden nachvollziehbare Gruppen und zeigen, wo die Daten an ihre Grenzen stoßen.

So vergleichen wir: Quellen, Kennzahlen und Grenzen

Ein seriöser Bezirksvergleich steht und fällt mit der Frage, was eine Zahl eigentlich misst. Wir kombinieren deshalb bewusst unterschiedliche Datentypen und weisen jede Spalte ihrer Quelle zu:

Angebotspreis ist nicht Kaufpreis

Inserate zeigen, was Verkäufer verlangen – nicht, was Käufer zahlen. Für Berlin insgesamt weist Guthmann 2026 einen Angebotspreis von 5.620 €/m² und einen beurkundeten Durchschnitt von 5.180 €/m² für Bestandswohnungen aus. Angebotswerte liegen also typischerweise über den Transaktionswerten. Für den Vergleich zwischen Bezirken sind Angebotsdaten dennoch wertvoll, weil sie für alle Bezirke nach derselben Methode erhoben werden. Wie Sie die unterschiedlichen Datenquellen richtig lesen, erklären wir ausführlich im Beitrag Immobilienmarktdaten richtig lesen.

Die rechnerische Bruttomietrendite

Die Spalte „Rendite“ ist keine Quellenangabe, sondern eine eigene Berechnung: Angebotsmiete × 12 / Angebotskaufpreis, jeweils als Median je Bezirk. Ein Beispiel: In Mitte ergeben 19,30 €/m² × 12 = 231,60 € Jahresmiete je Quadratmeter, geteilt durch 6.494 €/m² Kaufpreis, eine rechnerische Bruttomietrendite von 3,57 %. Diese Kennzahl eignet sich für den relativen Vergleich der Bezirke. Sie ist keine Renditeerwartung: Kaufnebenkosten, nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltung, Leerstand, Finanzierung und Steuern sind nicht berücksichtigt, und die tatsächlich erzielbare Miete hängt im Einzelfall auch von Mietrecht und Mietspiegel ab.

Grenzen der Daten

  • Kleine Stichproben: CBRE weist auf geringe Fallzahlen in einzelnen Bezirken hin, etwa 59 Inserate für Neubau-Kauf in Marzahn-Hellersdorf. Einzelne Projekte können solche Mediane spürbar verschieben.
  • Unterschiedliche Zeiträume: Angebotsdaten beziehen sich auf 2025, Transaktionsdaten auf 2026 bis Oktober. Median (CBRE) und Durchschnitt (Guthmann) sind zudem unterschiedliche Lagemaße.
  • Bezirksdurchschnitte verdecken Unterschiede: Ein Bezirk wie Pankow umfasst innerstädtische Altbauquartiere ebenso wie Lagen am Stadtrand. Der Bezirkswert ist ein Mittelwert über sehr verschiedene Mikrolagen.
  • Prognosen sind Szenarien: Die Bevölkerungsprognose ist eine Modellrechnung der Senatsverwaltung in der mittleren Variante, keine Garantie für die tatsächliche Entwicklung.

Quadratmeterpreise, Mieten und Mietrendite: alle Berliner Bezirke im Überblick

Die folgende Tabelle bildet das Fundament dieses Vergleichs. Sie zeigt für jeden Bezirk den Angebotskaufpreis und die Angebotsmiete im Bestand, die daraus berechnete Bruttomietrendite, den vorläufigen Transaktionspreis 2026 und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung bis 2040.

Kauf und Miete Bestand: Angebots-Mediane 2025 (CBRE/Berlin Hyp). Rendite: berechnet (Miete × 12 / Kauf). Transaktion: Ø beurkundeter Preis Bestand 2026 bis Okt., vorläufig (Guthmann). Prognose: Bevölkerung 2024–2040, mittlere Variante (SenStadt).
BezirkKauf BestandMiete BestandRendite BestandTransaktion 2026 (vorl.)Prognose 2040
Mitte6.494 €/m²19,30 €/m²3,57 %6.490 €/m²+1,97 %
Friedrichshain-Kreuzberg6.190 €/m²18,92 €/m²3,67 %5.760 €/m²+2,13 %
Pankow5.980 €/m²16,25 €/m²3,26 %5.410 €/m²+6,57 %
Charlottenburg-Wilmersdorf6.234 €/m²18,82 €/m²3,62 %5.690 €/m²−2,46 %
Spandau3.720 €/m²11,47 €/m²3,70 %3.360 €/m²+6,10 %
Steglitz-Zehlendorf5.194 €/m²14,66 €/m²3,39 %4.620 €/m²−2,91 %
Tempelhof-Schöneberg5.216 €/m²14,29 €/m²3,29 %4.630 €/m²−1,90 %
Neukölln5.000 €/m²13,29 €/m²3,19 %4.800 €/m²−1,24 %
Treptow-Köpenick4.390 €/m²14,00 €/m²3,83 %4.240 €/m²+9,56 %
Marzahn-Hellersdorf3.886 €/m²9,72 €/m²3,00 %3.910 €/m²+7,01 %
Lichtenberg4.563 €/m²11,28 €/m²2,97 %4.130 €/m²+8,02 %
Reinickendorf4.193 €/m²12,16 €/m²3,48 %3.740 €/m²+1,81 %

Drei Beobachtungen fallen sofort ins Auge. Erstens ist die Preisspanne erheblich: Der Angebotskaufpreis im Bestand reicht von 3.720 €/m² in Spandau bis 6.494 €/m² in Mitte – berechnet rund das 1,75-Fache. Zweitens ist die Spanne der Mietrenditen deutlich enger: Zwischen dem niedrigsten Wert (Lichtenberg, 2,97 %) und dem höchsten (Treptow-Köpenick, 3,83 %) liegen weniger als 0,9 Prozentpunkte. Drittens liegen die vorläufigen Transaktionspreise 2026 in allen Bezirken außer Marzahn-Hellersdorf unter den Angebotswerten – in Mitte allerdings nur um berechnet 4 €/m², in Tempelhof-Schöneberg dagegen um rund 11 %.

Unsere Einschätzung: Die geringe Streuung der Renditen spricht dafür, dass der Berliner Markt Preisunterschiede zwischen den Bezirken weitgehend über entsprechende Mietunterschiede „einpreist“. Ein günstiger Quadratmeterpreis bedeutet deshalb nicht automatisch eine höhere Mietrendite.

Vier Bezirkstypen – abgeleitet aus den Daten

Statt zwölf Einzelwerte isoliert zu betrachten, lassen sich die Bezirke anhand ihrer Kennzahlen in vier Gruppen ordnen. Die Gruppierung ist eine analytische Einordnung von Neo Capital, keine amtliche Kategorie; einzelne Bezirke erfüllen die Kriterien mehrerer Gruppen.

1. Innenstadt-Premium: Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf

Diese drei Bezirke führen die Tabelle bei Kaufpreisen und Mieten gleichermaßen an: Angebotskaufpreise im Bestand zwischen 6.190 und 6.494 €/m², Angebotsmieten zwischen 18,82 und 19,30 €/m². Bemerkenswert ist, dass die hohen Mieten die hohen Preise rechnerisch weitgehend tragen – die Bruttomietrenditen von 3,57 bis 3,67 % liegen im oberen Bereich der Tabelle. Die Bevölkerungsprognose bis 2040 ist dagegen verhalten (Mitte +1,97 %, Friedrichshain-Kreuzberg +2,13 %) oder negativ (Charlottenburg-Wilmersdorf −2,46 %). Der Investmentcharakter dieser Gruppe liegt nach unserer Einschätzung eher in der Zentralität und Nachfragetiefe als in starkem Bevölkerungswachstum.

2. Wachstum am Stadtrand und im Osten: Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow, Spandau

Diese fünf Bezirke haben die mit Abstand höchsten Bevölkerungsprognosen bis 2040: von +6,10 % (Spandau) bis +9,56 % (Treptow-Köpenick). Kein anderer Bezirk liegt über +2,13 %. Auch in den vergangenen fünf Jahren sind diese Bezirke laut Melderegister am stärksten gewachsen (berechnet, 2020–2025: zwischen 4,4 % in Pankow und 9,6 % in Treptow-Köpenick). Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Pankow verzeichneten 2025 zudem die meisten Neubaufertigstellungen (1.774, 1.288 und 1.055 Wohnungen). Bei der Mietrendite ist die Gruppe allerdings heterogen: Treptow-Köpenick weist mit 3,83 % den höchsten Wert aller Bezirke aus, Lichtenberg (2,97 %) und Marzahn-Hellersdorf (3,00 %) die niedrigsten. Wachstum und laufender Ertrag fallen hier also nicht automatisch zusammen.

3. Etablierter Südwesten: Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg

Beide Bezirke liegen beim Angebotskaufpreis im Bestand fast gleichauf (5.194 bzw. 5.216 €/m²), ebenso beim vorläufigen Transaktionspreis 2026 (4.620 bzw. 4.630 €/m²). Die Bruttomietrenditen liegen mit 3,39 % und 3,29 % im Mittelfeld. Für beide Bezirke erwartet die Senatsverwaltung bis 2040 einen Bevölkerungsrückgang (−2,91 % bzw. −1,90 %). Steglitz-Zehlendorf weist mit 7,2 % die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bezirke aus. Zudem ist hier der Abstand zwischen Bestand und Neubau besonders groß (siehe unten). Nach unserer Einschätzung steht in dieser Gruppe eher die Wertstabilität etablierter Wohnlagen im Vordergrund als Wachstum.

4. Preiswerte Einstiegslagen: Spandau, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf

Die drei Bezirke mit den niedrigsten Angebotskaufpreisen im Bestand sind Spandau (3.720 €/m²), Marzahn-Hellersdorf (3.886 €/m²) und Reinickendorf (4.193 €/m²). Dahinter folgt Treptow-Köpenick mit 4.390 €/m². Hier zeigt sich besonders deutlich, dass ein niedriger Einstiegspreis keine höhere Rendite garantiert: Spandau erreicht mit 3,70 % einen der höchsten Werte der Tabelle, Reinickendorf liegt mit 3,48 % im oberen Mittelfeld, Marzahn-Hellersdorf dagegen mit 3,00 % am unteren Ende – weil dort auch die Angebotsmiete mit 9,72 €/m² die niedrigste in Berlin ist. Spandau und Marzahn-Hellersdorf gehören zugleich zur Wachstumsgruppe, Reinickendorf nicht (Prognose +1,81 %).

Neukölln lässt sich keiner Gruppe eindeutig zuordnen: Preise im Mittelfeld (5.000 €/m²), mit 4,8 % der zweitstärkste Anstieg der Angebotspreise im Bestand 2025, aber eine leicht negative Bevölkerungsprognose und die höchste Arbeitslosenquote der Stadt.

Die zwölf Bezirke im Kurzprofil

Die folgenden Profile fassen die zentralen Kennzahlen je Bezirk zusammen. Alle Angaben beziehen sich auf die oben genannten Quellen; „Rendite“ meint stets die rechnerische Bruttomietrendite im Bestand.

Mitte

Mitte ist mit 6.494 €/m² der teuerste Bezirk im Bestand und hat mit 19,30 €/m² die höchste Angebotsmiete. Die Rendite liegt bei 3,57 %. Auffällig: Der vorläufige Transaktionspreis 2026 (6.490 €/m²) liegt praktisch auf Höhe des Angebotsmedians. Die Bevölkerungsprognose bis 2040 beträgt +1,97 %.

Friedrichshain-Kreuzberg

Mit 6.190 €/m² im Bestand und 18,92 €/m² Miete gehört Friedrichshain-Kreuzberg zur Spitzengruppe; die Rendite von 3,67 % ist die dritthöchste der Tabelle. Die Angebotspreise im Bestand haben sich 2025 kaum bewegt (+0,2 %). Prognose 2040: +2,13 %, der höchste Wert außerhalb der Wachstumsgruppe.

Pankow

Pankow liegt mit 5.980 €/m² und 16,25 €/m² preislich knapp hinter der Innenstadt-Gruppe und ist der einzige höherpreisige Bezirk mit starker Wachstumsprognose (+6,57 %). Die Bestandsrendite fällt mit 3,26 % unterdurchschnittlich aus. Der Neubau-Aufschlag ist mit berechnet rund 25 % der geringste aller Bezirke.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Charlottenburg-Wilmersdorf verbindet hohe Preise (6.234 €/m²) mit hohen Mieten (18,82 €/m²) und einer Rendite von 3,62 %. Neubauwohnungen werden hier mit 9.985 €/m² am teuersten in Berlin angeboten. Für die Bevölkerung erwartet die Senatsverwaltung bis 2040 einen Rückgang um 2,46 %.

Spandau

Spandau ist mit 3.720 €/m² Angebotspreis und 3.360 €/m² Transaktionspreis der günstigste Bezirk der Tabelle. Mit 3,70 % erreicht er dennoch die zweithöchste Rendite. Die Bevölkerung wuchs in fünf Jahren um 6,4 %, die Prognose bis 2040 liegt bei +6,10 %. Die Angebotspreise im Bestand gingen 2025 um 1,4 % zurück.

Steglitz-Zehlendorf

Steglitz-Zehlendorf zeigt Preise im Mittelfeld (5.194 €/m²), eine Miete von 14,66 €/m² und eine Rendite von 3,39 %. Der Bezirk hat die niedrigste Arbeitslosenquote (7,2 %), aber auch die schwächste Bevölkerungsprognose aller Bezirke (−2,91 %).

Tempelhof-Schöneberg

Tempelhof-Schöneberg liegt mit 5.216 €/m² und 14,29 €/m² nahe bei Steglitz-Zehlendorf; die Rendite beträgt 3,29 %. Der Abstand zwischen Angebots- und vorläufigem Transaktionspreis ist mit berechnet rund 11 % einer der größten. Prognose 2040: −1,90 %.

Neukölln

Neukölln liegt bei 5.000 €/m² und 13,29 €/m², die Rendite bei 3,19 %. Die Angebotspreise im Bestand stiegen 2025 um 4,8 %. Gleichzeitig hat Neukölln mit 2,22 % die niedrigste rechnerische Neubaurendite und mit 15,2 % die höchste Arbeitslosenquote; die Bevölkerungsprognose ist leicht negativ (−1,24 %).

Treptow-Köpenick

Treptow-Köpenick verbindet die höchste Bestandsrendite (3,83 %) mit der stärksten Bevölkerungsprognose (+9,56 %) und dem größten Einwohnerplus der letzten fünf Jahre (9,6 %). Der Angebotspreis liegt bei 4.390 €/m², die Miete bei 14,00 €/m². 2025 wurden hier mit 1.774 Wohnungen die meisten Neubauten Berlins fertiggestellt.

Marzahn-Hellersdorf

Marzahn-Hellersdorf ist mit 3.886 €/m² der zweitgünstigste Bezirk, hat mit 9,72 €/m² aber auch die niedrigste Angebotsmiete; daraus ergibt sich eine Rendite von 3,00 %. Die Prognose bis 2040 liegt bei +7,01 %. Der vorläufige Transaktionspreis (3.910 €/m²) liegt leicht über dem Angebotsmedian. Beim Neubau sind die Fallzahlen laut CBRE gering.

Lichtenberg

Lichtenberg hatte 2025 mit +6,2 % den stärksten Anstieg der Angebotspreise im Bestand (4.563 €/m²). Die Rendite ist mit 2,97 % die niedrigste der Tabelle, die Bevölkerungsprognose mit +8,02 % die zweithöchste. 1.288 fertiggestellte Neubauwohnungen 2025 bedeuten Rang zwei hinter Treptow-Köpenick.

Reinickendorf

Reinickendorf bietet mit 4.193 €/m² einen günstigen Einstieg und eine Rendite von 3,48 %. Beim Neubau erreicht der Bezirk mit 3,70 % sogar die höchste rechnerische Neubaurendite. Allerdings wurden 2025 nur 112 Neubauwohnungen fertiggestellt, und die Bevölkerungsprognose ist mit +1,81 % moderat.

Neubau vs. Bestand je Bezirk

Neubauwohnungen werden in allen Bezirken deutlich teurer angeboten als Bestandswohnungen. Die folgende Tabelle zeigt Angebotskaufpreise und -mieten im Neubau, die rechnerische Neubaurendite und den von uns berechneten Neubau-Aufschlag (Kauf Neubau / Kauf Bestand − 1).

Angebots-Mediane 2025 (CBRE/Berlin Hyp). Rendite: berechnet (Miete × 12 / Kauf). Neubau-Aufschlag: berechnet (Kauf Neubau / Kauf Bestand − 1), gerundet. Teils geringe Fallzahlen im Neubau.
BezirkKauf NeubauMiete NeubauRendite NeubauRendite BestandNeubau-Aufschlag
Mitte9.675 €/m²24,09 €/m²2,99 %3,57 %49 %
Friedrichshain-Kreuzberg9.187 €/m²26,24 €/m²3,43 %3,67 %48 %
Pankow7.478 €/m²21,82 €/m²3,50 %3,26 %25 %
Charlottenburg-Wilmersdorf9.985 €/m²25,99 €/m²3,12 %3,62 %60 %
Spandau6.506 €/m²18,29 €/m²3,37 %3,70 %75 %
Steglitz-Zehlendorf9.004 €/m²22,06 €/m²2,94 %3,39 %73 %
Tempelhof-Schöneberg9.292 €/m²25,06 €/m²3,24 %3,29 %78 %
Neukölln8.542 €/m²15,82 €/m²2,22 %3,19 %71 %
Treptow-Köpenick7.069 €/m²18,57 €/m²3,15 %3,83 %61 %
Marzahn-Hellersdorf5.825 €/m²16,00 €/m²3,30 %3,00 %50 %
Lichtenberg7.147 €/m²18,01 €/m²3,02 %2,97 %57 %
Reinickendorf6.814 €/m²21,00 €/m²3,70 %3,48 %62 %

Der Neubau-Aufschlag reicht berechnet von rund 25 % in Pankow bis rund 78 % in Tempelhof-Schöneberg. In acht von zwölf Bezirken liegt die rechnerische Neubaurendite unter der Bestandsrendite – die höheren Neubaumieten gleichen den Preisaufschlag dort nicht vollständig aus. Am deutlichsten ist der Abstand in Neukölln (2,22 % gegenüber 3,19 %). In vier Bezirken ist es umgekehrt: Pankow, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Reinickendorf weisen im Neubau eine höhere rechnerische Rendite aus als im Bestand.

Bei der Einordnung gilt es zu bedenken: Die Bruttomietrendite erfasst nur einen Teil des wirtschaftlichen Bildes. Neubauten unterscheiden sich vom Bestand typischerweise beim Instandhaltungsbedarf, beim Energiestandard, bei der mietrechtlichen Situation und bei der steuerlichen Behandlung. Wie diese Faktoren bei energieeffizienten Neubauten zusammenwirken, erläutern wir im Ratgeber EH40 QNG Neubau Berlin als Kapitalanlage. Ein Vergleich allein über die Bruttomietrendite würde Neubau und Bestand daher nicht vollständig abbilden.

Was Kapitalanleger aus dem Bezirksvergleich ableiten können

Die Frage nach den „besten Bezirken in Berlin für eine Kapitalanlage“ lässt sich aus den Daten nicht pauschal beantworten. Sie lässt sich aber präziser stellen. Aus unserer Sicht ergeben sich drei rationale Blickwinkel:

  1. Laufender Ertrag: Wer die rechnerische Bruttomietrendite in den Mittelpunkt stellt, findet die höchsten Werte nicht ausschließlich in den günstigsten Bezirken, sondern in einer Mischung aus Stadtrand und Innenstadt: Treptow-Köpenick (3,83 %), Spandau (3,70 %), Friedrichshain-Kreuzberg (3,67 %), Charlottenburg-Wilmersdorf (3,62 %) und Mitte (3,57 %).
  2. Wachstum: Wer auf strukturelle Nachfrage setzt, achtet auf Bevölkerungsprognose, Einwohnerentwicklung und Neubautätigkeit. Hier stehen Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Spandau vorn – teils mit unterdurchschnittlicher laufender Rendite.
  3. Wertstabilität: Wer auf etablierte, nachgefragte Lagen setzt, wird in der Innenstadt und im Südwesten fündig. Hier sind die Einstiegspreise höher bzw. die Bevölkerungsprognosen verhaltener; im Gegenzug sprechen Nachfragetiefe, Infrastruktur und – im Südwesten – niedrige Arbeitslosigkeit für eine stabile Mieterbasis. Dies ist eine Einschätzung, keine Prognose der Preisentwicklung.

Entscheidend ist aus unserer Erfahrung jedoch eine Ebene darunter: Die Mikrolage zählt mehr als der Bezirksdurchschnitt. Innerhalb eines Bezirks können sich Preise und Mieten je nach Kiez, Anbindung, Gebäudezustand und Wohnungszuschnitt stärker unterscheiden als zwischen zwei Bezirksmedianen. Ein Bezirksvergleich ist deshalb ein guter Filter, um Suchräume einzugrenzen – er ersetzt nicht die Prüfung des konkreten Objekts, des Kaufpreises im Verhältnis zur Vergleichsmiete und der Finanzierung.

Ebenso wichtig ist der Blick auf den Gesamtmarkt. Unsere Einschätzung der aktuellen Marktphase – „Konsolidierung auf hohem Niveau“ mit seitwärts laufenden Preisen und einem sehr knappen Mietmarkt – lesen Sie in der Analyse des Berliner Immobilienmarkts 2026. Alle Kennzahlen mit Quellen bündelt unser Research-Hub Immobilienmarkt Berlin.

Wenn Sie die Bezirksdaten auf Ihre eigene Situation übertragen möchten – Budget, Eigenkapital, Anlagehorizont, Ertrags- oder Wachstumsorientierung –, unterstützen wir Sie als unabhängige Berater bei der strukturierten Auswahl. Mehr zu unserem Vorgehen erfahren Sie unter Kapitalanlage Immobilien, oder Sie vereinbaren direkt ein Gespräch.

Häufige Fragen

Welcher Berliner Bezirk hat die höchsten Kaufpreise für Eigentumswohnungen?

Bei Bestandswohnungen liegt Mitte mit einem Angebots-Median von 6.494 €/m² (2025, CBRE/Berlin Hyp) vorn, gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf (6.234 €/m²) und Friedrichshain-Kreuzberg (6.190 €/m²). Im Neubau ist Charlottenburg-Wilmersdorf mit 9.985 €/m² am teuersten.

Wo sind Eigentumswohnungen in Berlin am günstigsten?

Die niedrigsten Angebotskaufpreise im Bestand weisen Spandau (3.720 €/m²), Marzahn-Hellersdorf (3.886 €/m²) und Reinickendorf (4.193 €/m²) aus. Auch bei den vorläufigen Transaktionspreisen 2026 liegt Spandau mit 3.360 €/m² am niedrigsten.

Welcher Bezirk hat die höchste Mietrendite in Berlin?

Die höchste rechnerische Bruttomietrendite im Bestand erreicht Treptow-Köpenick mit 3,83 %, gefolgt von Spandau (3,70 %) und Friedrichshain-Kreuzberg (3,67 %). Es handelt sich um eine eigene Berechnung aus Angebotsmiete und Angebotskaufpreis ohne Kosten, Steuern und Finanzierung – keine Renditeerwartung.

Sind günstige Bezirke automatisch rentabler?

Nein. Spandau verbindet zwar einen niedrigen Kaufpreis mit einer hohen Bruttomietrendite (3,70 %), Marzahn-Hellersdorf kommt bei ähnlich niedrigem Preisniveau wegen der geringsten Angebotsmiete (9,72 €/m²) aber nur auf 3,00 %. Insgesamt liegen die Bestandsrenditen aller Bezirke zwischen 2,97 % und 3,83 % – eng beieinander.

Welche Berliner Bezirke wachsen am stärksten?

Laut Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung (2024–2040, mittlere Variante) wachsen Treptow-Köpenick (+9,56 %), Lichtenberg (+8,02 %), Marzahn-Hellersdorf (+7,01 %), Pankow (+6,57 %) und Spandau (+6,10 %) am stärksten. Für Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln wird ein Rückgang erwartet.

Warum unterscheiden sich Angebots- und Transaktionspreise?

Angebotspreise zeigen, was Verkäufer in Inseraten verlangen; Transaktionspreise, was tatsächlich beurkundet wird. Für Berlin insgesamt nennt Guthmann 2026 einen Angebotspreis von 5.620 €/m² gegenüber 5.180 €/m² beurkundet. Zudem unterscheiden sich in unserer Tabelle Zeitraum (2025 vs. 2026) und Lagemaß (Median vs. Durchschnitt).

Lohnt sich Neubau oder Bestand eher als Kapitalanlage?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Rechnerisch liegt die Bruttomietrendite im Neubau in acht von zwölf Bezirken unter der im Bestand; in Pankow, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Reinickendorf ist es umgekehrt. Instandhaltung, Energiestandard, Mietrecht und steuerliche Aspekte sind in dieser Kennzahl nicht enthalten und müssen einzeln betrachtet werden.

Wie aktuell sind die Daten in diesem Vergleich?

Die Angebotsdaten stammen aus dem CBRE/Berlin Hyp Wohnmarktreport 2026 (Mediane 2025), die Transaktionsdaten von Guthmann (2026 bis Oktober, vorläufig), die Prognose von der Senatsverwaltung (2024–2040). Stand der Recherche ist der 18. Oktober 2026; die jeweils aktuellen Werte finden Sie im Research-Hub Immobilienmarkt Berlin.

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