–1,50 Pp.
lagen Anleger in Zieldatumsfonds 2008–2012 zurück, wenn sie auch nur einmal umschichteten – ohne Umschichtung nur 0,19.
Vanguard (2019)Neo Capital Research · Anlegerverhalten · Stand November 2026
Die meisten denken bei Beratung an bessere Produkte oder weniger Steuern. Die Forschung zeigt etwas anderes: Über Ihr Ergebnis entscheidet vor allem, ob Sie dranbleiben – ob Sie Ihr Risiko richtig einschätzen, keine Wetten eingehen, nicht jedem Trend folgen und in Krisen nachkaufen statt zu verkaufen. Wir haben die wichtigsten Studien zusammengetragen. Jede Zahl mit Quelle.
15 %
der Rendite ihrer Fonds haben Anleger über zehn Jahre verloren – nicht durch schlechte Fonds, sondern durch falsches Timing.
Morningstar, Mind the Gap 2024: 6,3 % Anlegerrendite statt 7,3 % Fondsrendite pro Jahr, 2014–2023
–1,50 Pp.
lagen Anleger in Zieldatumsfonds 2008–2012 zurück, wenn sie auch nur einmal umschichteten – ohne Umschichtung nur 0,19.
Vanguard (2019)–6,5 Pp.
Rendite pro Jahr: So weit lagen die aktivsten Privatanleger hinter dem Markt (11,4 % statt 17,9 %).
Barber, B. M./Odean, T. (2000)≈ 1,5 %
pro Jahr schätzt Vanguard den Mehrwert von Verhaltenscoaching – der größte Einzelbaustein guter Beratung.
Vanguard (2019)8,7 vs. 2,0 %
Median-Rendite langfristig vs. kurzfristig orientierter Trade-Republic-Nutzer laut DIW-Econ-Studie.
DIW Econ (2022)Die Renditelücke
Der Fonds steigt, der Anleger verliert trotzdem Rendite: weil er nach guten Jahren kauft und nach schlechten verkauft. Diese Lücke heißt Behavior Gap – und sie ist seit Jahrzehnten messbar.
Lücke nach Fondsart (Prozentpunkte pro Jahr)
US-Investmentfonds und ETFs, geldgewichtet vs. zeitgewichtet. Quelle: Morningstar, Mind the Gap 2024
Männer handelten 45 % mehr als Frauen – und verloren dadurch 2,65 statt 1,72 Prozentpunkte Rendite pro Jahr. Ursache laut den Autoren: Selbstüberschätzung.
66.465 Haushalte eines US-Discountbrokers, 1991–1996. Quellen: Barber/Odean 2000, Barber/Odean 2001
Wer sich für überdurchschnittlich hält, handelt mehr – und zahlt dafür mit Rendite. Genau das zeigen Barber und Odean an Zehntausenden Depots.
Anleger verkaufen Gewinner deutlich bereitwilliger als Verlierer (Dispositionseffekt, Odean 1998) – das Gegenteil dessen, was steuerlich und strategisch sinnvoll wäre.
Je enger und modischer eine Anlage, desto größer die Lücke: Bei Sektorfonds verloren Anleger 2,6 Prozentpunkte pro Jahr, bei breiten Mischfonds nur 0,4.
Wer aussteigt, verpasst leicht die Erholung. Wer die zehn besten Börsentage der letzten 20 Jahre verpasste, büßte laut J.P. Morgan fast die Hälfte seiner jährlichen Rendite ein.
Wie diese Denkfehler entstehen, erklären wir ausführlich im Ratgeber Behavioral Finance erklärt.
Neobroker-Generation
Neobroker haben den Kapitalmarkt für Millionen Menschen geöffnet – günstig und einfach. Das ist ein Fortschritt. Doch eine App ersetzt keinen Plan. Das zeigt ausgerechnet eine Studie, die Trade Republic selbst bei DIW Econ in Auftrag gegeben hat: 216.000 Nutzer, Depotdaten zum 01.04.2021.
Wer zu irgendeinem Monatsende zwischen Dezember 2018 und März 2020 in den MSCI World (netto, in Euro) eingestiegen wäre und gehalten hätte, kam bis 31.03.2021 auf 12,7 % bis 43,8 % pro Jahr. Quellen: DIW Econ 2022, MSCI (eigene Berechnung)
Zur Einordnung: Die Studie nennt keine exakte Berechnungsmethode; Einstiegszeitpunkte, Einzahlungen und Barbestände der Nutzer unterscheiden sich. Der Indexvergleich ist daher eine Einordnung, kein exakter Benchmark-Vergleich. Die Aussage der Studie selbst ist eindeutig: Wer langfristig und diszipliniert anlegt, schneidet besser ab.
Die Pyramide des Anlageerfolgs
Viele Anleger optimieren von oben nach unten: Sie suchen den günstigsten ETF, den cleversten Steuertrick oder die Faktorstrategie, die zuletzt am besten lief. Doch die Wirkung ist umgekehrt verteilt. Das größte Gewicht hat das Fundament – und genau dort scheitern die meisten.
1Strategie & Verhalten – das Fundament
Morningstar: Je enger und trendiger die Fonds, desto größer die Lücke – bis zu 2,6 Prozentpunkte pro Jahr bei Sektorfonds. Vanguard: Verhaltenscoaching ≈ 1,5 % p. a.
2Portfoliostruktur – die Optimierung
Fama/French-Daten USA 1964–2025: Prämien von rund 2,5 bis 3,7 % p. a. für Größe, Profitabilität und Value. Vanguard: Kosten ≈ 0,34 %, Rebalancing ≈ 0,26 % p. a.
3Steuern – der Feinschliff
Wirkt erst, wenn Fundament und Struktur stimmen – ein steueroptimiertes Depot, das in der Krise verkauft wird, gewinnt nichts.
Was Beratung leistet
Vanguard hat 2019 quantifiziert, wo gute Beratung Rendite schafft. Das Ergebnis: rund 3 % pro Jahr – und der größte Einzelposten ist nicht Produktauswahl, sondern Verhaltenscoaching. Dieser Mehrwert fällt nicht gleichmäßig an, sondern in wenigen Momenten: in Panik und in Euphorie.
Werte aus US-Daten, je nach Situation sehr unterschiedlich; passende Vermögensaufteilung wirkt zusätzlich, ist aber laut Vanguard nicht pauschal bezifferbar. Quelle: Vanguard, Advisor’s Alpha 2019
Faktor-Investing
Wer das Fundament beherrscht, kann in der zweiten Ebene zusätzliche Rendite holen. Faktorstrategien, wie sie etwa Dimensional umsetzt, beruhen auf der Forschung von Eugene Fama und Kenneth French: Günstig bewertete (Value), kleine und profitable Unternehmen haben langfristig höhere erwartete Renditen als der Gesamtmarkt. Versprechen lässt sich das nicht – aber die Daten über sechs Jahrzehnte sind eindeutig.
Wie oft war die Prämie positiv? (Anteil aller Zeiträume)
| 1 Jahr | 10 Jahre | 20 Jahre | |
|---|---|---|---|
| Aktienmarkt | 73 % | 83 % | 100 % |
| Value | 60 % | 74 % | 86 % |
| Profitabilität | 68 % | 94 % | 100 % |
| Größe | 53 % | 60 % | 74 % |
Arithmetisches Mittel der Jahresprämien (Long-Short-Portfolios vor Kosten), rollierende Zeiträume. Eigene Berechnung auf Basis der Kenneth R. French Data Library (Fama/French 5 Factors).
Genau hier schließt sich der Kreis zur Pyramide: Faktorprämien zahlen sich nur für Anleger aus, die auch zehn schwache Jahre durchhalten. Typische Fehler sind einzelne Faktor-ETFs ohne Gesamtkonzept, der Ausstieg nach einer schwachen Phase oder der Kauf des Faktors, der zuletzt am besten lief. Dann wird aus wissenschaftlichem Investieren Trendfolgen. Mehr dazu: Faktorbasierte Fondsstrategien.
Die Spitze der Pyramide
Steuern sind planbar und deshalb verlockend. Sie wirken aber nur, wenn das Depot die Krise überlebt. Diese Stellschrauben prüfen wir:
Thesaurierende Fonds werden jährlich mit einer Vorabpauschale besteuert: Fondswert zu Jahresbeginn × Basiszins × 70 %, höchstens der tatsächliche Wertzuwachs. 2026 beträgt der Basiszins 3,20 % – die Pauschale fällt damit spürbar höher aus als in den Vorjahren.
Bei Aktienfonds sind für Privatanleger 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds 15 %. Die Fondsart entscheidet also mit über die Steuerlast.
1.000 € pro Person und Jahr, 2.000 € bei Zusammenveranlagung. Freistellungsaufträge sollten über alle Banken so verteilt sein, dass nichts verfällt.
Wer nicht ständig umschichtet, realisiert seltener Gewinne und schiebt Steuern auf – der Zinseszins arbeitet auf dem vollen Betrag. Verluste lassen sich mit Gewinnen verrechnen.
Ob Privatdepot, Versicherungsmantel oder vermögensverwaltende Gesellschaft sinnvoll ist, hängt von Vermögen, Horizont und Einkommen ab. Das klären wir gemeinsam mit Ihrem Steuerberater.
Rechtsgrundlagen: §§ 16, 18, 20 InvStG, § 20 Abs. 9 EStG, BMF-Schreiben zum Basiszins 2026. Keine Steuerberatung.
Ehrlich gesagt
Studien zeigen: Der größte Hebel liegt nicht in der Auswahl einzelner Produkte, sondern im Verhalten. Anleger verlieren durch schlecht getimte Käufe und Verkäufe einen spürbaren Teil der Rendite ihrer Fonds – laut Morningstar rund 15 % über zehn Jahre. Vanguard schätzt den Mehrwert guter Beratung auf rund 3 % pro Jahr, davon etwa 1,5 % durch Verhaltenscoaching. Ein Berater lohnt sich, wenn er Sie zu einer passenden Strategie führt, Sie in Krisen begleitet und seine Kosten transparent macht. Nicht jeder Berater leistet das.
Der Behavior Gap ist die Differenz zwischen der Rendite eines Fonds und der Rendite, die seine Anleger tatsächlich erzielen. Sie entsteht, weil viele Anleger nach Kursanstiegen kaufen und nach Kursverlusten verkaufen. Morningstar beziffert die Lücke für US-Fonds im Zehnjahreszeitraum bis Ende 2023 auf 1,1 Prozentpunkte pro Jahr (6,3 % statt 7,3 %).
Laut einer von Trade Republic beauftragten Studie von DIW Econ lag die Median-Rendite aller Nutzer zum 01.04.2021 bei 7,1 % pro Jahr, bei Nutzern mit mindestens zwölf Monaten Anlagedauer bei 11,1 %. Der MSCI World in Euro brachte bis 31.03.2021 je nach Einstiegsmonat zwischen Ende 2018 und März 2020 12,7 % bis 43,8 % pro Jahr. Langfristig orientierte Nutzer erzielten im Median 8,7 %, kurzfristig orientierte 2,0 %. Ein exakter Vergleich ist wegen unterschiedlicher Zeiträume, Einzahlungen und Barbestände nicht möglich.
Vanguard schätzt in seiner Studie „Advisor’s Alpha“ (2019), dass gute Beratung insgesamt rund 3 % Nettorendite pro Jahr hinzufügen kann. Den größten Einzelbeitrag hat das Verhaltenscoaching mit etwa 1,5 % pro Jahr. Der Mehrwert entsteht nicht gleichmäßig, sondern vor allem in Phasen von Panik oder Euphorie.
Langfristig spricht viel dafür: In den US-Daten von Fama und French lagen die durchschnittlichen Prämien 1964–2025 bei 3,7 % pro Jahr für Value, 3,4 % für Profitabilität und 2,5 % für kleine Unternehmen (vor Kosten). Über 20-Jahres-Zeiträume war die Profitabilitätsprämie immer, die Value-Prämie in 86 % der Fälle positiv. Garantiert ist das nicht: Von 2010 bis 2020 lag Value deutlich hinten. Faktor-Investing lohnt sich deshalb nur mit langem Horizont und der Disziplin, schwache Phasen durchzuhalten.
Die Vorabpauschale lässt sich nicht vermeiden, aber steuern: Freistellungsaufträge über den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (Zusammenveranlagung 2.000 €) richtig verteilen, die Teilfreistellung von 30 % bei Aktienfonds nutzen und die Depotstruktur prüfen. 2026 liegt der Basiszins bei 3,20 %. Welche Lösung für Sie passt, klären wir gemeinsam mit Ihrem Steuerberater.
Wir verwenden nur veröffentlichte Studien und amtliche Rechtsquellen. US-Studien beschreiben das Verhalten von Anlegern, nicht deutsche Marktverhältnisse; die Muster sind in der Forschung international gut belegt. Der MSCI-Vergleich ist eine eigene Berechnung auf Basis der Monatsendstände des MSCI World Net Index in Euro.
Im kostenlosen Erstgespräch prüfen wir, ob Risikoklasse, Zeithorizont und Depotstruktur zu Ihnen passen – und was Sie in der nächsten Krise tun.